Robert Parker Weine

Robert M. Parker (Quelle: https://www.erobertparker.com)

Robert Parker (Quelle: https://www.erobertparker.com)

Ein besonderer Name in der Weinszene lautet Robert Parker. Es handelt sich dabei um den wohl renommiertesten Weinkritiker der letzten drei Jahrzehnte, der mit seinem 100-Punktesystem bei der Bewertung von Weinen wesentlich zur Klassifizierung von Weinen beigetragen hat und die Vermarktung von Wein erheblich beeinflusst hat. Der von ihm gegründete Newsletterdienst „The Wine Advocat„, welcher im Abstand von zwei Monaten an Abo-Kunden versendet wird, beschreibt die von ihm verkosteten Weine.

Günstige Weine mit Parker-Punkten im Angebot

Punktesystem Robert Parker

Das Punktesystem von Robert Parker sieht die Vergabe von 50 bis maximal 100 Punkte an Weine vor. Beachtung finden Weine in der Regel erst ab einer Punktzahl von 80 Punkte. Spitzenweine beginnen in der Skala der Parkerpunkte ab 96 bis 100 Punkte. Die Seite von The Wine Advocat klassifiziert seine Punktevergabe bei der Verkostung von Weinen folgendermaßen:

  • 96 bis 100 Parkerpunkte: Diese Punktzahl erreichen nur außergewöhnliche Weine, die einen schweren und komplexen Charakter vorweisen, welche alle Eigenschaften an einen klassischen Wein erfüllen. Weine mit solch einer Punktzahl sind nicht einfach zu finden, schwierig zu kaufen und schwer zu trinken.
  • 90 bis 95 Parkerpunkte: Hervorragende Weine, welche eine besondere Komplexität und Charakter aufweisen.
  • 80 bis 89 Parkerpunkte: Diese Auszeichnung erhalten knapp über dem Durchschnitt liegende bis hin zu sehr gute Weine, die vielfache Arten von Finesse, Geschmacksrichtungen und Charakter aufweisen und die keine sichtbar erkennbare Mängel aufweisen.
  • 70 bis 79 Parkerpunkte: Bei dieser Punktzahl handelt es sich um solide, durchschnittliche Weine ohne große Unterschiede. Im wesentlichen sind es einfache und solide Weine.
  • 60 bis 69 Parkerpunkte: Weine, die unterdurchschnittlich sind und erkennbare Mängel aufweisen, wie z.B. zu hoher Säuregehalt, zu hohe Tanninstruktur oder fadem Geschmack.
  • 50 bis 59 Parkerpunkte: Diese Weine sollten nicht beachtet werden.

Werdegang Robert Parker

Remírez de Ganuza  Gran Reserva 2004

Remírez de Ganuza
Gran Reserva 2004 mit 100 Parker Punkten

Der Weinkritiker Robert Parker, der 1947 in Baltimore in den USA geboren wurde, schloss sein Studium an der University of Baltimore mit Hauptfach Geschichte und Nebenfach Kunstgeschichte im Jahr 1973 als Jurist ab. Zunächst arbeitete er als Anwalt für die Farmkreditbank Baltimore. Bereits zwei Jahre später, 1975, erstellte Robert Parker einen unabhängigen Weinführer. Nebenher begann er Weinkritiken und -bewertungen zu schreiben und verfasste ab 1978 den Newsletter The Wine Advocat, über den seine Ergebnisse der Weinbewertungen verschickt wurden. Seine Weinbewertungen wurden zunächst als Beilage in Postsendungen  an Kundenadressen verschickt, die er bei Weinhandlungen gekauft hatte. Bis heute sticht der Newsletter The Wine Advocat, welcher mittlerweile circa 50.000 Abonnenten hat, durch seine Schlichtheit heraus, die unabhängig von jeglichen Werbemaßnahmen ist und sich nur durch die Abo-Abschlusskosten trägt. Ein Jahresabo kostete im Oktober 2014 99 US-Dollar.

Die Bewertung von Weinen begann Robert Parker zunächst mit amerikanischen Weinen ehe französische Weine aus den Weinregionen Bordeaux, Burgund und dem Rhônetal hinzukamen. Anschließend wurden auch italienische und spanische Weine in die Bewertungen aufgenommen. Vereinzelt sind auch Weine aus Deutschland sowie Weine aus weiteren Ländern bei den Weinverkostungen von Robert Parker dabei.

Vermarktung und Kritik Robert Parker

Das Bewertungssystem von Robert Parker fand schnell Anklang in der Weinwelt. Um die von ihm verkosteten Weine besser vermarkten zu können, wurden die Etiketten der Weine, vor allem in den USA um die Angabe der Parkerpunkte erweitert. Als führender Weinkritiker seiner Zeit schaffte es Robert Parker bislang völlig unbekannte Weingüter und Weinregionen zu einem unerwarteten Aufstieg in die Weltelite zu begleiten. Seine Vorliebe für schwere im Barrique gereifte Weine verschaffte ihm jedoch auch Kritik. Insbesondere die Weingüter in Europa kritisierten die teilweise „Parkerisierung“ der Weine durch einige Winzer mit dem Ziel hohe Parkerpunkte zu erreichen um diese Weine entsprechend besser vermarkten zu können. Dadurch bestand die Gefahr, dass die Vielfalt der Weingeschmäcker und vor allem die spezifischen Charakter der individuellen Weinregionen verloren gehen würde.

Rober Parker hat die Weinwelt entscheidend geprägt durch sein eingeführtes Punktesystem bei der Bewertung der Weine durch seinen Newsletter The Wine Advocate. Die von ihm mit einer hohen Punktzahl ausgestatteten Weine sind im Preis erheblich gestiegen. Insgesamt hat dies zu einer Aufwertung der Weinwelt beigetragen. Für seine Verdienste um den französischen und italienischen Wein wurde Robert Parker von den Präsidenten der beiden Länder jeweils eine der höchsten Auszeichnungen verliehen, die einem Ausländer zugeteilt werden kann. Eine besondere Anerkennung ist auch, dass Robert Parker der dritte Ehrenbürger des Weinorts Châteauneuf-du-Pape im Rhônetal wurde.

Bücher Robert Parker

Neben dem bekannten Newsletter The Wine Advocate hat Robert Parker im Laufe seiner Karriere als Weinkritiker auch insgesamt elf Bücher verfasst. Die in den USA als Bestseller verkauften Bücher wurden auch in weitere Sprachen, u.a. in Deutsch übersetzt. Seine Bücher drehen sich, wie nicht anders zu erwarten, um das Thema Wein, vor allem über französische Weine hat Robert Parker viel geschrieben. Einige der von Robert Parker verfassten Bücher sind hier aufgelistet:

Das Buch Parker’s Wine Byuer’s Guide wurde ein zweites Mal neu aufgelegt. Die deutsche Übersetzung heißt Parkers Wein Guide. Ebenso erschienen spezifische Bücher über Burgund und Bordeaux.

Rückzug aus Chefredaktion

Im Jahr 2012 schockte Robert Parker die Weinwelt als er verkündete sich aus der Chefredaktion von The Wine Advocate zurückziehen zu wollen. Er verkaufte einen Großteil seiner Anteile und lebt heute zurückgezogen in Maryland. Die Chefredaktion von The Wine Advocate wird seitdem durch Lisa Perrotti-Brown geleitet, die vormals lange Jahre als Autorin von The Wine Advocate gearbeitet hat.

Den nächsten Schritt im Rückzug des Altmeisters, wie Robert Parker teilweise auch genannt wird, erfolgte im März 2015, als er verkündete, dass er keine neuen Bordeaux-Jahrgänge mehr beurteilen werde. Stattdessen überlässt Robert Parker zukünftig seinem Nachfolger Neal Martin aus England die ehrwürdige Bordeaux-Bühne. Er soll zukünftig die Parker-Punkte in Bordeaux vergeben.

Dieser Rückzug ist mit Verunsicherung bei den Winzern und Weingüter in Bordeaux verbunden. Viele Weingüter in Bordeaux haben sich auf den Geschmackstyp von Robert Parker ausgerichtet um entsprechend hohe Parkerpunkte für ihre Weine zu erhalten. Wie Neal Martin die Punkte zukünftig vergeben wird, ist ein spannender Moment auf der Bordeaux-Bühne 2015.

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