Barrique Weine

Barrique Fässer

Barrique Fässer (Foto: Craig Drollett/cc)

Ein Barrique Wein oder besser formuliert ein Wein, der im Barrique ausgebaut wurde, ist ein Wein, der nach der Pressung der Weintrauben eine Veredelung erfährt durch die Lagerung des Weins in speziellen Holzfässern, den so genannten Barriquefässern. In Kurzform wird dabei jedoch nur von Barrique oder Ausbau im Barrique gesprochen.

Die Lagerung von Wein nimmt einen bedeutenden Platz bei der Entstehung von „gutem“ Wein ein. Oft findet der Weinausbau in Holzfässern statt, die mit einem Fassungsvermögen von 1000 bis 5000 Liter sehr groß sind. Insbesondere Weißweine werden gerne in solchen großen, teilweise alten Holzfässern, gelagert, da das alte Holz teilweise etwas Sauerstoff durchlässt, sodass der Wein im Fass „atmen“ kann. Dadurch nimmt der Wein weniger Geschmack von Holz an.

Der Ausbau von Wein in sehr großen Holzfässern ist auch bei Rotweinen sehr verbreitet, wenn diese eine sanfte Reife bekommen sollen, ohne dabei zu stark nach Holz zu riechen oder zu schmecken.

Herkunft von Eichenholzfässern

Das Holz, welches für den Bau von Fässern für die Weinlagerung verwendet wird, ist überwiegend Eichenholz. Die Herkunft des Eichenholz ist vor allem aus den Ländern Frankreich und den USA. Das Eichenholz aus Frankreich, welches für den Weinbau verwendet wird, kommt aus großen Eichenwälder aus den Regionen Vosges, Bourgogne, Argonne, Bertrande, Neves, Troncais, Allier, Limousine sowie Forêts Centrales. Holzfässer für den Weinbau, die aus amerikanischer Eiche erzeugt wurden, haben oft eine ansprechende Süße sowie eine Note nach Vanille.

Barriquefässer mit 225 Litern Fassungsvermögen

Während bei den großen Holzfässern weniger Geschmack an den Wein abgegeben werden soll, ist dies vor allem die Intention bei den Barriquefässern, welche auch einfach als Barrique bezeichnet werden. Bei Barrique handelt es sich um ein Holzfass zur Weinlagerung, welches aus Eichenholz erzeugt ist und ein Volumen von 225 Liter haben. Der Unterschied von einem Barriquefass zu einem normalen Holzfass besteht darin, dass, neben dem kleineren Volumen, bei der Herstellung der Fässer, die Fassdauben (gebogene Bretter) auf der Innenseite ausgebrannt oder auch getoastet werden. Dabei entstehen die wertvollen Röstaromen, welche die Weine vom Geschmack her annehmen. Wird der Wein im Barrique gelagert, werden Gerbstoffe (die sogenannten Tannine) durch den Wein aus dem Eichenholz gelöst, welche die Aromen, die vom Verbrennungs- oder Toastprozess entstanden sind, in den Wein integrieren.

Besondere Aromen

Der Effekt, welcher beim Barriquefass entsteht, mit dem Abgeben von Aromen, die beim Toast- oder Verbrennungsprozess des Fass entstehen, findet seinen Höhepunkt beim ersten Befüllen eines Barriquefass. Je nach Dauer der Fassbefüllung kann ein Barriquefass bis zu drei bis viermal verwendet werden. Anschließend ist der Effekt, dass Aroma und Gerbstoffe in den Geschmack des Weins aufgenommen werden, vorbei. Ein neu hergestelltes Barriquefass kann im Einkauf für den Winzer teilweise um die EUR 1.000 kosten. Da die Befüllung auf 225 Liter begrenzt ist, sind die in Barriquefässern ausgebaute Weine, meistens etwas teurer im Vergleich zu nicht in Barrique ausgebauten Weine.

In Barriquefässern werden vor allem hochwertige Rotweine ausgebaut. Die Weine werden dadurch dichter gepaart mit komplexeren Aromen. Besonders in den Anbauregionen Bordeaux und Burgund werden die Rotweine in Barrique ausgebaut. Von den Rebsorten eignen sich dabei vor allem die rote Cabernet Sauvignon, welche kräftige Weine erzeugt. Bei weißen Rebsorten ist es beliebt die Sorte Chardonnay in Barrique auszubauen. Dadurch entstehen volle, mollige Weine mit feinen Vanilletönen.

Barrique Ausbau in Deutschland

In Deutschland führte der Ausbau in Barrique lange Zeit keine besondere Rolle. Dies änderte sich in den letzten beiden Jahrzehnten, auch durch die aufgekommene Rotwein-Manie. Viele Spitzenwinzer setzen mittlerweile Barriquefässer für den Ausbau der Weine ein und das nicht nur die Winzer, welche sich auf Rotweine spezialisiert haben. Auch Weißweine, insbesondere die Chardonnay Weine werden mehr und mehr im Barrique ausgebaut. Im Jahr 1991 hat sich eine Gruppe von deutschen Winzer zusammengetan und das Deutsche Barrique Forum gegründet, eine Interessengemeinschaft, welche das Ziel hat erstklassige Weine herzustellen. Einige der Mitglieder des Deutschen Barrique Forum sind u.a. die folgenden Weingüter:

Die oben erwähnten Weingüter aus unterschiedlichen Weinregionen in Deutschland haben sich bereits früh mit dem Wein-Ausbau in Holz und Barrique auseinandergesetzt. Insbesondere die Weingüter Meyer-Näkel aus der Weinregion Nahe sowie das Weingut Knipser aus der Pfalz gehören zu den führenden Weingüter in Deutschland, die regelmäßig exzellente Barrique Weine erzeugen. Es gibt aber viele Winzer, die für die Veredelung ihrer Premium Rotweine Barriquefässer einsetzen. Dabei werden auch rote Rebsorten wie Lemberger und Trollinger in Württemberg mit Barriqueausbau veredelt.

Beim Ausbau von Weißwein werden zunehmend für die Veredelung von Spitzenweinen auch Barriquefässer eingesetzt. Gerade bei Chardonnay führt dies zu hervorragenden Weinen. Manche Winzer experimentieren hier auch erfolgreich mit weiteren weißen Rebsorten wie Weißburgunder.

Barrique Ausbau im Ausland

International wird gerade in den Spitzenweinregionen wie Bordeaux und Burgund in Frankreich aber auch in den USA intensiv auf Barrique Ausbau gesetzt. In Frankreich hat der Ausbau von Rotweinen, insbesondere den Cuvées in Bordeaux eine sehr lange Tradition. Die Winzer und Weingüter haben hier schon lange entsprechende Erfahrungen sammeln können und kombinieren ideal die Weinaromen mit den Aromen aus dem Barrique.

In den USA wird, trotz der erst noch nicht so langen Weintradition, sehr intensiv mit Barriquefässern beim Ausbau der Weine gearbeitet. Einen nicht unwesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat der Weinkritiker Robert Parker, welcher als der weltweit führende Weinkritiker, besonders den schweren Weinen mit Ausbau im Barrique die höchsten Auszeichnungen vergeben hat. Ebenso scheint der amerikanische Verbraucher die im Barrique ausgebauten Weine zu bevorzugen. Dies hat vor allem in der renommierten amerikanischen Weinregion Napa Valley zu einem Boom bei der Verwendung von Barriquefässern geführt.

Negativ zu erwähnen, ist in diesem Zusammenhang, dass der Ausbau im Barrique nicht immer in entsprechenden Eichenholzfässer stattfindet. Stattdessen wird vermehrt beobachtet, dass Edelstahltanks verwendet werden und so genannte Barrique-Chips (auch Wood-Chips genannt) in den Wein gebracht werden. Diese Chips sind aus Eichenholz hergestellte Späne oder geröstete Stücke, die den Stahltanks zugesetzt werden und dem Wein entsprechende Barrique-Aromen verpassen. Allerdings ist diese Methode des Barrique Ausbaus sehr umstritten und Kritiker monieren, dass hier die Qualität des Weins nicht vergleichbar ist wie bei der Verwendung richtiger Eichenholzfässer.

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